Um das richtige Netzteil zu wählen, muss man zunächst wissen, wie viel Strom der eigene PC aufnimmt. Man kann dies am einfachsten mit einem Messgerät tun, das zwischen PC und Steckdose angeschlossen wird. Das Gerät zeigt nun an, wie hoch die Stromaufnahme des Systems ist. Schließen sie dabei nicht den Monitor oder andere Geräte an das Messgerät an, da das Ergebnis dadurch verfälscht wird. Es ist hier ebenfalls wichtig zu wissen, dass der gemessene Wert nun nicht dem entspricht, was der PC in Wirklichkeit benötigt. Hier kommt nämlich die Effizienz zum Tragen. Wenn man zum Beispiel 100 Watt auf dem Gerät stehen hat, dann benötigt der PC in Wirklichkeit weniger, da das Netzteil nicht die gesamte Menge an Leistung umwandeln kann und einen Teil der Leistung in Form von Wärme verliert. Die Effizienz von Netzteilen ist bei jeder Auslastung verschieden. Normalerweise kann man sagen, dass bei mittlerer Last, also genau zwischen 0 und dem maximalen Wert eines Netzteils, das Netzteil am effizientesten arbeitet. Wenn man zum Beispiel ein 700 Watt Netzteil hat, dann wird die beste Effizienz bei ca. 350 Watt erreicht.
Sie sehen nun, bei der Wahl des richtigen Netzteils für den eigenen PC sind einige wichtige Faktoren wichtig:
Zu 1.
Man kann die Stromaufnahme des eigenen PCs im Internet recherchieren. Webseiten wie zum Beispiel provenquality.org bieten einen Wattrechner an, der über eine der größten Komponentendatenbanken im Internet verfügt. Sie können aber auch einfach die TDP (Total Design Power) der Komponenten recherchieren und dann addieren. Sie bekommen somit die maximale Stromaufnahme des eigenen PCs. Es ist hierbei besonders wichtig zu wissen, dass man den PC nicht immer vollkommen belastet. Es kommt immer auf das Programm an, das die jeweilige Komponente belastet. Auch wenn aktuelle Grafikkarten zum Beispiel eine bestimmte maximale Leistung auf den 12V Leitungen voraussetzen, heißt dies nicht, dass man dies auch wirklich benötigt, weil Grenzwerte nur in wirklich extremen Fällen erreicht werden.
Zu 2.
Was tun sie mit Ihrem PC die meiste Zeit? Surfen Sie im Internet, bearbeiten Sie Textdokumente, hören Musik oder schauen Filme? Vielleicht sind Sie aber auch ein Spieler und machen den PC nur an, um einen aktuellen Ego-Shooter zu spielen. Um das richtige Netzteil für Sie zu finden, ist es wichtig zu wissen, wie Sie den PC die meiste Zeit belasten. Surfen, Musik hören, Texte schreiben, all diese Tätigkeiten benutzen nur einen Bruchteil der möglichen Ressourcen heutiger PC-Systeme, während Spiele, aufwendige Bildbearbeitung oder das erstellen von Musik- oder Videodateien dem PC fast alles abverlangen. Sie müssen für das richtige Netzteil die richtige Balance finden. Wenn Sie nun einen PC besitzen, der 350 Watt beim Spielen oder anderen belastenden Applikationen „zieht“, und sie nutzen diesen PC nicht anders, als eben Spielen oder diese Applikationen auszuführen, dann lohnt es sich sehr, ein Netzteil von 600 bis 700 Watt Stärke zu kaufen. Diese Netzteile haben die beste Effizienz bei gerade diesem Auslastungsgrad. Wenn Ihr PC 350 Watt bei voller Auslastung zieht, Sie aber den größten Teil ihrer Zeit damit verbringen, im Internet zu surfen oder Texte zu schreiben, dann lohnt sich der Kauf eines weit weniger leistungsstarken Netzteils.
Zu 3.
Um das richtige Netzteil wählen zu können, ist es wichtig, die Effizienz des Produktes zu kennen und wie viel diese bei welchem Auslastungsgrad ist. Die Effizienzkurven werden meistens auf der Verpackung des Produktes aufgedruckt oder sie schauen auf Webseiten, die mit professionellem Testequipment arbeiten und die Effizienz somit ermitteln können. Hierbei sind zum einen die amerikanische Seite AnandTech.com oder die deutschsprachige Seite Planet3dnow.de zu nennen. Wenn Sie nun die Daten zusammen haben, dann schauen Sie genau nach der von ihnen ermittelten Stromaufnahme und legen diese Werte auf die Effizienzkurve des Netzteils.